POKALFINALE    9. 5. 2013 09:30 Uhr     GÖSCHENSTRASSE

SC SCHLAFF Berlin e.V. Ü-40 vs. FC Oldie 79 5 : 4 (3 : 3) (2 : 2)

Ebner - Strauch - Purschke - Leonhardt (2) - Rüdiger - Neumann - Mertens - Buhtz (1) - Schmidt, M (1) - Smolka - Sellin - Broszeit (1)

Nun war es soweit. Das Pokalfinale stand an. Das Spiel des Jahres und das gegen kein geringeren als den FC Oldie. Die Bilanz von Oldie in dieser Saison ist beeindruckend. Keine Niederlage, kein Unentschieden. Nur Siege  und dabei weit über 100 Tore erzielt. Auch die beiden Ligaspiele gegen uns gingen verdient an Oldie. Die Dominanz- und Überlegenheit von Oldie, gerade im letzten Aufeinandertreffen vor ca. zwei Wochen war schon deprimierend. Aber ich wusste immer, dass wenn einer Oldie schlagen kann, dann wir. Mal zum Spiel, ein Spiel, das es in sich hatte. Aus den Erkenntnissen einiger Spielbeobachtungen  wurde von mir die Taktik festgelegt. Dabei ging es anfangs darum, nicht wie in den vergangenen Spielen früh in Rückstand zu geraten. Wir agierten daher erst ab der Mittellinie und versuchten dort die Räume eng zu machen um die gefährlichen Zuspiele von Oldie zu verhindern oder zumindest zu erschweren. Das funktionierte gut, so dass Oldie weiter aufrücken musste. Damit ergaben sich bei Ballverlust von Oldie wiederum Räume für uns, die es mit schnellem Vorrücken auszunutzen galt. Mit dieser Taktik und der damit verbundenen Laufbereitschaft schafften wir es Oldie von unserem Tor fernzuhalten und kamen selber einige Male gefährlich vor das Tor von Oldie. Zwar nutzten wir dieser anfänglichen Gelegenheit nicht, aber es gab uns Sicherheit und Selbstvertrauen. Nachdem wir die erste Viertelstunde ohne in Rückstand zu geraten überstanden haben, war das erste Etappenziel erreicht. Wer im Vorfeld gedacht hat, dass nur die Höhe unserer Niederlage offen ist, wurde spätestens jetzt eines besseren belehrt. Wir hatten bis hierher mehr Spielanteile und die klareren Möglichkeiten. Mitte der ersten Halbzeit gingen wir durch einen Neumeter in Führung. Der Schiedsrichter pfiff ein klares Foul an Jörg im Strafraum. Carsten übernahm Verantwortung und verwandelte sicher. Nachdem wir bereits klare Chancen hatten liegen lassen, war die Führung absolut verdient. In typischer Oldie Manier, fiel kurz danach aber der Ausgleich. Wir bestimmen das Spiel und Oldie braucht nur eine Chance, eine Unaufmerksamkeit von uns und es steht 1 : 1. Alles wieder offen. Aber die Mannschaft steckt das weg und weiter geht es. Jörg, als absoluter Aktivposten, der immer wieder für Unruhe in der Verteidigung von Oldie sorgte, schießt uns wieder in Führung. Ein Konter, der von Jörg zum 2 : 1 abgeschlossen wurde. Dieses Mal ist das Glück auf unserer Seite, da der Ball nicht ganz unhaltbar schien. Aber in diesem Spiel haben wir uns das Glück erspielt, man kann fast sagen wir haben das Glück erzwungen. Nun waren wir aber noch nicht durch. Meine Hoffnung, mit der Führung in die Pause zu gehen, hat sich nicht erfüllt. Ein Freistoß, links nahe am Strafraum, ging flach in unser Tor. Ich weiß nicht genau wie das passieren konnte. Anscheinend wurde der Ball noch von einem Spieler berührt. Wieder Ausgleich zum 2 : 2 und bitter für uns, da völlig überflüssig. Kurz danach war Pause. Ich hatte das Gefühl, die Mannschaft hadert etwas mit dem Schicksal, da wir gefühlt die bessere Mannschaft waren und für unser hohes Laufpensum- und Engagement nicht recht belohnt wurden. Aber wir spielen mit, sind präsent und engagiert. Die wenigsten haben damit gerechnet. Wer hatte uns schon auf dem Zettel nach der Dominanz von Oldie in dieser Saison. Dies galt es in den Vordergrund zu stellen, den Blick nach vorn, denn wir haben alle Chancen.

Das waren im Groben meine Worte zur Halbzeit.

Die zweite Halbzeit begannen wir so wie wir die erste Halbzeit beendet haben. Wir erspielten uns wieder Chancen. Leider nutzten wir diese nicht. Es hatte den Anschein, dass die Mannschaft, welche das nächste Tor macht, den Pokal mit nach Hause nimmt. Doch ein Tor aus dem Spiel heraus sollte erst einmal keinen von beiden gelingen. Dann eine brenzliche Situation in unserem Strafraum. Der Oldie Spieler nimmt den Körperkontakt dankend an und ein Pfiff ertönt. Sollte ein Neunmeter das Spiel entscheiden? Der Spieler von Oldie läuft an, schießt, aber Klaus hält - sensationell. Das Spiel geht weiter. Doch keine 20 Sekunden später ertönt wieder der Pfiff des Schiedsrichters. Mein erster Gedanke war der, dass der Neunmeter falsch ausgeführt wurde und dieser wiederholt werden muss. Aber nein, der Schiedsrichter pfeift erneut Neunmeter auf Grund eines Foulspiels. Ich selber habe die Situation nicht wirklich registriert. Aber nach zahlreichen Informationen war das Foulspiel klar außerhalb des Strafraums. Eine strittige Entscheidung bei der alle Proteste nichts nutzten. Diesmal konnte Klaus nicht halten und Oldie ging mit 3 : 2 in Führung. Oldie einmal in Führung, das wird schwer! Eine Mannschaft, nicht nur mit klasse Einzelspielern, sondern mit extrem gutem Stellungsspiel. Wir gingen nun unweigerlich mehr Risiko und verschoben weiter nach vorne. Dann der Schock. Nach einem Zweikampf bleibt Calle mit schmerzverzehrtem Gesicht liegen. Anscheinend unglücklich aufgekommen ist, wie sich später herausstellt, das Schlüsselbein / Schultereckgelenk gebrochen. Damit aber nicht genug. Auch bei Gary, der sich schon seit Wochen mit Problemen herumschlägt, geht nichts mehr. Und kurz danach muss auch Jürgen passen. Wir, die verbliebenen, versuchten weiter gegenzuhalten und erspielten uns auch Chancen. Und dann einige Minuten vor dem Ende, als die Hoffnung langsam begann zu schwinden, war der erste große Moment von Björn, der das Tor zum 3 : 3 Ausgleich macht. Die Freude war groß und wir brachten das Ergebnis über die Zeit.

Nun das Neunmeterschießen. Es galt drei Schützen zu bestimmen. Jörg, Markus und Björn wurden ausgewählt. Wie bei den großen, umarmten wir uns alle am Mittelkreis. Als erstes musste Klaus ins Tor. Mit gekonnten Psychospielchen versuchte er den Gegner einzuschüchtern. Und es gelang ihm, er hielt den ersten Neunmeter. Nun war Jörg an der Reihe. Aber leider verschoss er. Aber weiter ging es. Nun wieder Oldie und dieses Mal verwandelten Sie. Jetzt Markus. Und wo ich im Vorfeld noch dachte, dass er unsicher ist, weil er im Spiel eine Großchance hat liegen gelassen, da verwandelt er eiskalt. Nun wieder Oldie, Klaus im Tor und und . . . gehalten. Super Klaus! Nun Björn mit der Chance den Pokal nach Hause zu holen. Keine Spur von Druck oder Nervosität. Björn verwandelt ganz cool und wir haben den Pokal. Wir sind Berliner Pokalsieger 2013!

René Mertens


Und das Beste daran ist, es ist verdient. Wir haben uns auf dieses Spiel vorbereitet, das begann mit dem frühen Treffen, der Musik in der Kabine und auch der Ansprache kurz vor dem Spiel. Ich bin mir sicher, dass unser Trainer René schon nach dem Sieg im letzten Jahr gegen Horrido begonnen hat sich vorzubereiten. Er hat gesehen, was mit dieser Mannschaft möglich ist, wenn jeder seine Qualitäten in den Dienst der Mannschaft stellt. Wenn jeder für dieses Team, für seine Mitspieler mit rennt und kämpft. Ich könnte die Worte Mannschaft und Team noch tausendmal schreiben. Denn das ist für mich der Schlüssel zum Erfolg gewesen.
Wir haben nicht die ein bis zwei Superstars, die in jedem Spiel fünf Tore schießen und die anderen sind nur Mitläufer. Was an diesem Tag jeder einzelne geleistet hat, lässt mir gerade beim Schreiben eine kleine Träne des Stolzes über die Wange laufen. Es war ein sehr intensives, hartes und kampfbetontes Spiel gegen einen wirklich guten Gegner. Und gerade in der zweiten Halbzeit kam dann auch noch einiges an Pech dazu. Aber diese MANNSCHAFT hat den Kampf angenommen und dagegen gehalten! Wenn ich an die Leistung eines jeden einzelnen denke, dann würde eigentlich fast jeder eine namentliche Erwähnung verdienen, so überragend war die Leistung. Aber gerade dieser Sieg ist eine Leistung des Teams. Jeder hat sein Teil dazu beigetragen. Ich bin wirklich stolz ein Teil dieses Teams zu sein. Wir sind Pokalsieger 2013!

Gerald  Sellin


Die Fußballwoche sah das Finale wie folgt:
Spielbericht zum Pokalfinale (Fußballwoche,  Ausgabe Nr. 20 vom 13.052013)
Ernst-Demharter-Pokal (Ü 40)

SC SCHLAFF - FC Oldie 79 3 : 3 (2 : 2), Neumeterschießen 2 : 1

SC SCHLAFF: Ebner - Strauch, Neumann, Mertens, Leonhardt, Purschke, Rüdiger - Buhtz, Schmidt, Smolka - Sellin, Broszeit

FC Oldie 79: Osther - Greth, Pohl, Berdatz, Hasse, Knorr, Redenz, Leitner, Drews, M. Gatti

SR: Bothe (Hertha BSC)

Tore: 1 : 0 (12.) Buhtz, Neunmeter, 1 : 1 (24.) Greth, 2 : 1 (26.) Broszeit, 2 : 2 (30.) Leitner, 2 : 3 (48.) Leitner, Neunmeter, 3 : 3 (68.) Leonhardt

Neunmeterschießen: Leitner gehalten, Broszeit gehalten, Greth 3 : 4, Schmidt 4 : 4, Redenz gehalten, Leonhardt 5 : 4

Nach 2 x 35 Minuten stand es bei den Alten Herren leistungsgerecht 3 : 3. Im Entscheidungsschießen konnte SCHLAFF-Torhüter Ebner zwei Versuche, sein Gegenüber Osther einen Versuch abwehren. Leonhardt als letzter Schütze traf und konnte für den SC SCHLAFF den Pokalsieg sicher stellen. Schon in der normalen Spielzeit verwandelte jede Mannschaft einen Neunmeter, während Greth für die Oldies einen an den Pfosten setzte. Während beim Sieger Broszeit und Buhtz die Akzente setzten, ragte beim Verlierer Leitner heraus, der als Abwehrchef agierte, neben seinem verwandelten Strafstoß mit einem Knaller den guten Keeper Ebner überraschte. Ein großes Laufpensum absolvierte Knorr, konnte sich ebenso wie Greth aber selten durchsetzen.

Kurt Gollub
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